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SANDRO (murmelt in einer Art proseminaristischem Inspirationsritual oder Selbstvorbereitung auf die begrifflichen Verknäuelungen seines Denkgedichts): Dialektik… Meta-…dings… Fiktionsbruch… Paralleluniversen… Rückkopplung… Inzest… Fuge… Riss… Regress… Zyklus… Ewigkeit… Erlösung… Dialektik… usf.
Die Szenerie wird ausgeblendet. Sekundenlange Schwärze. Wieder Einblendung derselben Szene: Sandro nun in der Maske eines Pestdoktors der Commedia dell’arte in sonst unveränderter Haltung am Schreibtisch. Die ‚Finanzfuge‘ wird elektrisch verstärkt und von einer Projektion grün leuchtender Binärreihen an die Rauchwand sowie vom heiseren ‚Chor der Gepfändeten‘ mit Gewimmer und Geheul begleitet:
SANDRO (murmelt): A kauft eine Währung. B wettet auf den Kurs dieser Währung. C kauft Wetten von B. D wettet auf den Kurs dieser Wetten. E wettet auf den Kursverfall der Wetten von D und auf den Staatsbankrott des Landes, in dem die Währung gilt. F kauft E’s Wetten und verkauft sie zusammen an G. H kauft alle Wetten G‘s auf, so dass ihr Kurs steigt, wettet dann auf den Verfall dieser Wetten gegen F, und verkauft sie dann, so dass der Kurs plötzlich abstürzt und er seine eigenen Wetten auf den Kursverfall von G‘s Wetten teuer an I verkaufen kann, der inzwischen F’s Arbeitgeber ist. I feuert F und stellt H ein. J, nach einem Klinikaufenthalt in der Privatklinik von G wieder voll dabei, übernimmt H’s früheren Job und stirbt. K lehnt I’s Angebot ab, für J einzuspringen. Er kauft F‘s Villa und Anteile der neuen Firma L, für die er nun stattdessen arbeitet. M leiht ihm das Geld für die Villa vorerst günstig. Da die Anteile von L steigen, kauft N die Firma auf, indem er einen Kredit bei M aufnimmt. Den Kredit schreibt N L in die Bilanz, kassiert von L die eine und andere Summe für seine Investorendienste und verkauft schließlich das konkursreife Unternehmen an O. O muss Einsparungen vornehmen und entlässt K. K muss Einsparungen vornehmen und verhandelt mit M über sein Darlehen. M will lieber keine Einsparungen vornehmen und zwangsversteigert K‘s Villa gewinnbringend an P. P ist der liquide Inhaber einer Schuldnerberatung, die unter anderem F und K betreut. Ein Jahr zuvor hat P noch für Q gearbeitet, den schwächeren Konkurrenten von L, den L in die Insolvenz gezwungen hat. E hat inzwischen in dem Land, auf dessen Staatsbankrott er gewettet hat, von jenem Geld, das er beim Staatsbankrott verdient hat, günstig eine Autofabrik und ein Schloss gekauft. Er verkauft die Autofabrik an N, zieht mit Q’s Frau in das Schloss und gründet eine wohltätige Stiftung. R, ehemaliger Minster der inzwischen gestürzten Regierung des bankrotten Staates, eröffnet eine Unternehmensberatung und berät N’s neue Autofabrik. S verliert dabei seinen Posten als Vorstandsmitglied und wird Sonntagsredner und Staatschef der neuen Regierung. D, der sich ebenfalls aus dem Wettgeschäft zurückgezogen hat, um endlich kreativ tätig zu werden, schreibt seine Reden, indem er die Wörter „Zukunft“‚ „Verantwortung“, „Reformen“, „Gerechtigkeit“, „Augenmaß“ und „Wettbewerbsfähigkeit“ in beliebiger Folge aneinanderreiht. T, der ehemalige Staatschef, wird Schirmherr der Stiftung von E. C hat inzwischen einen verantwortungsvollen Posten bei M, wo er für die Verbriefung unsicherer Darlehen zuständig ist. U, soeben ausgewandert aus dem bankrotten Staat, investiert begeistert nicht unerhebliche Anteile eines Pensionsfonds der Bürger seiner wohlständigen Wahlheimat in C’s neues Finanzinstrument. P erklärt indessen F und K und vielen anderen, wie sie möglichst bald ihre Kredite zurückzahlen könnten, nämlich indem sie bei seinem Freund V einen neuen, günstigeren Kredit aufnähmen. V refinanziert diese Kredite aus den Gewinnen, die sein Institut beim Weiterverkauf derselben Kredite an B macht, der sie teurer an M verkauft, wo C sich allerlei einfallen lässt, um sie besser verpackt und noch teurer an U zu verkaufen, der sie möglichst schnell an W weiterreicht, der sie seinerseits allerdings nicht mehr an V verkaufen kann, da V in Zahlungsschwierigkeiten steckt und mit ihm B, M, U und W. Der zuständige Finanzminister X stützt V und B und M und U mit Steuergeldern, weshalb er einen neuen Haushaltskredit aufnehmen muss bei A, dem Chef der GBAB, der größten Bank aller Banken. W steht kurz vor der Pleite wird von M übernommen, der ja nun wieder flüssig ist. Als Y, Fondsmanager der zweitgrößten Bank aller Banken, auf den Bankrott des Staates wettet, dessen Finanzminister X ist, hat Z, das größte Finanzgenie der größten Bank aller Banken, eine unerhörte Idee. Er schafft das sogenannte Doomsday-Derivat, eine Art Wette auf den finalen Crash, extrem günstige Wettscheine mit doppelter Gewinnoption: erfüllt sich die Prognose, streicht man eine absurde Rendite ein – erfüllt sie sich nicht, erwirbt man das Recht, später noch eminente Gewinne bei anderen Produkten der GBAB einzukassieren. Eine dritte Möglichkeit besteht nicht: der Gewinn ist also zu 100% sicher und das Doomsday-Derivat damit das erste und einzige Tail-Risk-Derivat, dessen Gewinnwahrscheinlichkeit um ein Vielfaches höher liegt als das Risiko, auf das man wettet. „Ich weiß, das scheint unmöglich“, ließ sich Z in der ‚Financial Rimes‘ vernehmen, „aber der Markt kann eben Dinge wahr machen, die vorher falsch und unmöglich erschienen. Das ist überhaupt das Wesen des Marktes.“ Z’s Doomsday-Derivat war das einzige Papier, dessen Kurs am letzten Öffnungstag der Börsen noch stieg…
Zum rhythmischen Gebell der Rottweiler tanzt nun ein äußerst unlebendiges Ballett aus mumifizierten Leichnamen auf die Bühne. Sie singen zur Melodie von „Nothing Else Matters“© der US-Band Metallica© den folgenden Text:

Ölölölölölölöööö
Ölölölölölölöööö
Ölölölölölölölöööö
Ö-lö-lö-lö-lölö.

Ömömömömömömömöööö
Ömömömömömömömöööö
Ömömömömömömöööö
Ö-mö-mö-mö-mömö.

Önönönönönönönöööö
Önönönönönönönöööö
Önönönönönönönöööö
Ö-nö-nö-nö-nönö.

Öpöpöpöpöpöpöööö
ÖpöpöpöpöpöpööööÖ!
Pö-pö-pöhööö

Ölölölölölölöööö
Ölölölölölölöööö
Ölölölölölölölöööö
Ö-lö-lö-lö-lölö.

Öpöpöpöpöpöpöööö
ÖpöpöpöpöpöpööööÖ!
Pö-pö-pöhööö! usw.

SANDRO (murmelt und schreibt mit): Fiktionen von A bis Z. Kristallkugelökonomie. Jeder Verlust ist da ein Schritt zur Wirklichkeit. Ein Schritt von der Bühne, aus dem Theater, aus der Textur, aus dem Kostüm. Immer fällt zum Schluss der Vorhang, und die Akteure stehen da mit Eigelb an der Brille. Bis zur nächsten Inszenierung. Immer weiter. Bis das Theater brennt …
Die Szene friert ein: links auf der Bühne ein schreibender Sandro Sahara, rechts ein Trümmerhaufen, aus dem Nickys Zigarrenglut unverlöschlich leuchtet, in der Mitte eine gleichförmige Reihe Leichname vor einem fensterlosen Büroraum mit Papierstapeln und der unvollständigen ‚Ahnengalerie verklärter Kämpfer‘, darüber eine jener großen Uhren, wie sie in Irrenhäusern oder Raumschiffen hängen; von unten recken sich hundert Fäuste des ‚Chors der Gepfändeten‘ über den Bühnenrand; im Türrahmen die Silhouette eines ausgewachsenen Rottweilers im Sprung und über und zwischen ihnen allen eine Menge Rauch. Auf all diesen Körpern und Teilchen leuchten außerdem die grünen, vertikalen Binärreihen sowie weitere Zahlen und Symbole, die den Versuch der Menschheit erahnen lassen, ihre Welt zu vermessen – statt einfach mal nackt durch den Wald zu tanzen oder sich der Hamsterzucht zu widmen oder weiß der Lurch was! – Nach einigen Minuten bewegen sich die Zeiger der Uhr im Zeitraffer immer wieder um ihre Achse, während folgende Vorgänge auf der Bühne ablaufen: nachdem der Qualm, der plötzlich zugenommen und eine kurze Weile alles verdeckt hatte, sich wieder gelichtet hat, sind die Leichname, der Chor und der Rottweiler in der Tür verschwunden; stattdessen beobachten wir Sandro bei weiteren sinnlosen Tätigkeiten, wobei diese von je zwei Sekunden völliger Dunkelheit im Theater ‚geschnitten‘ werden: als erstes sehen wir ihn schlafend, zwei rote Boxhandschuhe an den Händen, mit blutiger Nase auf dem Schreibtisch liegen; das nächste Bild gleicht diesem genau, allerdings sitzt nun ein glatzköpfiger, scharz-rot gewandeter Mann mit weißgeschminktem Gesicht vor dem Schreibtisch; dann wieder Sandro allein beim Lesen der Zeitschrift ‚Roter Lewit‘ zu zellenzerblitzenden Rhythmen; beim Bankdrücken im Leopardenschurz, mit einer Zigarre im Mund; darauf beim Verzehr eines selbstgehackten Tofusteaks; danach im Warteraum des ‚Jobcenters‘, wo er Flugblätter mit der Überschrift „Let’s get ready to rumble!“ austeilt zerreißt entwirft; als nächstes beim Verkauf eines Einkaufswagens voller Medikamentenschachteln mit Aufschriften wie „Boldenon“, „Nandrolon“, „Trenbolon“, „Oxymetholon“, „Methenolon“, „Methandrostenolon“ und „Stanozolol“ an minderjährige Astheniker mit Migrationshintergrund; anschließend beim Poker mit Freunden, die aus Datenschutzgründen Dobermannmasken tragen; bei der gemüsesaftseligen Lektüre eines Romans von Brann O’Flien; darauf beim Beischlaf mit zwei gefesselten Außerirdischen, deren Geschlecht nicht erkennbar ist; beim Stadtspaziergang mit den beziehungsweise beim Füttern der Rottweiler; hierauf bei der Darmspiegelung, die von einer mannsgroßen Gottesanbeterin mit langen Gummihandschuhen vorgenommen wird; beim Zupfen eines minimalistischen Blues‘ auf einer elektrischen Tripelhalsgitarre; sodann in Frauenkleidern vor einem Horrorfilm, in dem Sacha Baron Cohen eine lispelnde Serienmörderin mit Überbiss spielt, die sich für Freddie Mercury hält und darum alle anderen Frauen, die sich für Freddie Mercury halten, kidnappt, um ihnen eine Geschlechtsumwandlung in einem Schlachthof aufzunötigen; hiernach beim Studium der Börsenkurse und Preisentwicklungen, die von zwei großen Monitoren aus den Raum durchflirren; schließlich bei diversen Nebenjobs: bei der Blutspende, als Weihnachtsmann, als Aktmodel in der Pose von Michelangelos David, und bei der Gartenarbeit, beaufsichtigt von einem Rentner in SS-Uniform; bei einer Gegenüberstellung im Polizeipräsidium (während deren ein kleiner Junge einer Reihe düsterer Gestalten gegenübersteht – Sandro steht zwischen Sylvester Stallone und Gonzo aus der „Muppet Show“ – und nach langem Überlegen mit dem Finger auf eine Gestalt in schwarzem Raumanzug mit langem Mantel, schwarzem Helm und Maske zeigt, die heftig protestiert) und schlußendlich im ZZ-Top-Kostüm vor einer kreischenden Kindergruppe, wo Sandro mit Slide-Gitarre und Duckwalk brilliert. Auf dem orgastischen Gipfel seines Gitarrensolos verdunkelt sich noch einmal der Raum und bleibt dieses Mal länger dunkel als zuvor. Im folgenden Licht stehen die Uhrenzeiger wieder still, Sandro sitzt mit Zigarre in einem Café Wiener Stils – durch das sich Rauchschwaden ziehen – und schreibt:

Die Apokalypse geht jeden an. Ganz objektiv, wie das Sterben. Dass aber auch die Frage nach dem Untergang immer mehr Gemüter subjektiv zu betreffen scheint, ist mal wieder eine neuere Tendenz. Sie spricht entweder für die Gruseligkeit der Welt oder für die Durchgegruseltheit der Subjekte, wobei beides nicht zusammenfallen muss – wie jeder weiß, der diesen Text zu lesen versteht. Ob der finale, der definitive, der ultimative und nimmer endende, weil endgültige Horror tatsächlich mehr als nur das Angstbild einer bislang entwischten Minderheit infantilisierter Elektroschrottkonsumenten der westlichen Hemisphäre ist – das ist vor allem eine Frage der Wahrscheinlichkeit des Weltuntergangs. Die wollen wir [Foto] heute möglichst genau abschätzen. Eine Bezifferung der Weltuntergangswahrscheinlichkeit im Jahr 2012, angegeben in Prozent und bis auf die dritte Stelle vor dem Komma genau, liegt nämlich durchaus im Rahmen der mathematisch-mantischen Möglichkeiten der DWR-Kulturredaktion.

Der Kellner tritt an Sandro heran, faselt von Schichtwechsel und will den Mehrwert eintreiben. Sandro greift nickend in seinen schwarzen Raumanzug, zückt ein Reizstoffsprühgerät und verpasst ihm eine Dosis nach Maßgabe seiner Philanthropie. Während der Kellner sich brüllend auf dem Boden wälzt, ruft Sandro nach einem Notarzt und verlässt das Lokal über die Kellertreppe. Szenenwechsel: der Büroraum aus den ersten Szenen von innen‚ noch immer voller Qualm, Nicky noch immer rauchend in den Trümmern, links zwei schlafende Rottweiler; eine Geheimtür in der Wand öffnet sich, Sandro tritt herein, blickt flugs zurück und schließt die Tür; an der Wand zeigt ein Abreisskalender das Datum 2.2.2012.
NICKYS STIMME (sehr undeutlich, kaum mehr artikulierend): Ö Söndö. Öös glö?
Sandro ignoriert ihn, setzt sich eilig an seinen Schreibtisch, breitet seine Papiere aus, saugt an der Zigarre und setzt den Stift an:

Zunächst aber wollen wir einmal das Ereignis, dessen Wahrscheinlichkeit ermittelt werden soll, genauer definieren. Auf welche Menge bezieht sich das Ereignis ‚Weltuntergang 2012‘? ‚2012 geht die Welt unter‘ – die Bedeutung dieses Satzes ist alles andere als klar. Deshalb sollte man zuerst die Bedeutungen seiner einzelnen Bestandteile analysieren.
Logisch gesprochen haben wir es hier mit einem zunächst noch unklaren Term und einem zweistelligen Prädikat zu tun: die „Welt“ „geht unter“, und zwar „im Jahr 2012“. Beim Term ‚Welt‘ beginnen bereits die Probleme: ist das ein Eigenname (wie z. B. in „der Herr der Welt“)? ein Gattungsname („Krieg der Welten“)? eine psychologische Metapher („meine Welt“)? Gewiss, es handelt sich um einen natursprachlichen Begriff, der in zahlreichen Kontexten und Bedeutungen im Umlauf ist. Die von Wittgenstein gerade durch ihre logische Erweiterung so eng eingegrenzte Bedeutung des Wortes ‚Welt‘ muss man leider ausschließen: in obigem Zusammenhang kann kaum mit ‚Welt‘ = [die Gesamtheit der Tatsachen] gemeint sein. Denn auch das Verschwinden der Welt ist ja eine Tatsache. Die Gesamtheit der Tatsachen ihrerseits verschwindet jedoch nicht, sie nimmt nicht einmal ab. Ebensowenig ist der Planet Erde – also der synonyme Eigenname einer der möglichen Bedeutungen von ‚Welt‘ – dasjenige, worauf Gespräche über einen möglichen ‚Weltuntergang‘ referieren. Denn auch ohne Menschen oder gar ohne Lebewesen könnte dieser Planet immer noch weiterbestehen. An diese Art Einsamkeit ist die Erde gewöhnt, wie wir wissen. Nach diesen wenigen Vorüberlegungen kann man sich bereits die Frage stellen, ob man sich vor einem derart unklaren Ereignis, vor einem Untergang nämlich fürchten muss, bei dem man nicht einmal benennen kann, was eigentlich untergeht?

Durch die Decke dringen unruhige Geräusche: Getrappel, Aufregung und Rufe. Sandro blickt hinauf, ohne es zu hören, endlich nur noch über seinen nächsten Satz sinnierend:

Zwar nicht im Sinne Carnaps, aber im Sinne des Weltgeistes nehmen wir also eine Begriffsexplikation vor, die sich nicht auf den einen zu explizierenden Begriff beschränkt, sondern diesen im Kontext der gesamten Aussage zu klären versucht. Denn der Satz, in dem ein Wort steht, gehört semantisch ebenso zu diesem Wort wie das Wort zu dem Satz und über diesen zu dem mit ihm verknüpften Text, der die Bedeutung desselben Satzes und desselben Wortes (an anderer Stelle) durchaus verändern, ergänzen oder einschränken kann (siehe „Sandros Saharas Summe des Semantik“, 16. Untersuchung, 1. Artikel).
Worum kann es sich bei diesem Gegenstand handeln, dessen Untergang der Sprecher des Satzes „2012 geht die Welt unter“ befürchten muss? (Wir sagen „Furcht“ und meinen damit doch alle negativen Emotionen, die vermeintlich realistische Bedrohungen verursachen können; die kleine Minderheit von Sprechern, die damit positive Gefühle verbindet, bleibt hier außen vor.) Wir geben zunächst drei intuitive Antworten, die wir nachfolgend überprüfen möchten:
1. Es handelt sich um die [alltäglich-soziale Umwelt des Sprechers].
2. Es handelt sich um den [Kulturraum, in dem der Sprecher lebt].
3. Es handelt sich um [die Menschheit und ihre gegenwärtigen Lebensumstände].
All drei Hypothesen beziehen sich zentral auf räumliche Bestimmungen des Begriffs ‚Welt‘, da die überindividuelle, kollektiv-örtliche Komponente für die Bedeutung dieses Begriffs wesentlich scheint. Von der ersten bis zur dritten Hypothese wird, wie man leicht erkennt, diese räumliche Bestimmung immer etwas weiter gefasst; sie beginnt, wenn man so will, beim Mikrokosmos des Einzelnen und endet beim Makrokosmos aller Menschen.
Mit diesen drei Vermutungen ist, wie zu hoffen steht, das Spektrum der Intuitionen auch der meisten Leser abgedeckt: bestenfalls sollte der Leser nach Lektüre dieser drei Punkte dazu tendieren, das Problem durch einen dieser Vorschläge schon für gelöst zu halten.

Wieder Geräusche von außerhalb des Redaktionsbüros: über die Treppe nähern sich schnelle Schritte mehrerer Personen, die sich darauf im Keller verlieren. Hin und wieder nähern sich Schritte der Geheimtür, durch die Sandro gekommen war, und verlieren sich wieder. Sandro stellt sein Reizstoffsprühgerät griffbereit auf den Schreibtisch und fährt fort:

 

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