Lieber Sympathisant, geehrte Genossin, geneigte Gäste,

mit elf zu eins Stimmen hat das vorgestern nacht in der Behelfsküche unserer unterirdischen Geheimfestung tagende Oralkomitee von Dead Wall Reveries eine mit dem heutigen Tage beginnende informelle Zusammenarbeit mit dem ökonomiekritischen Blog „Le Bohémien“ in Form eines lockeren Gelegenheitsaustauschs von Texten und Thesen beschlossen.

Erstes Zeugnis dieser publizistischen Kooperative ist die Zweitveröffentlichung unseres Selbstinterviews vom 09.07.2012 unter dem treffenden Titel „Weltrevolution in der Szenekneipe„.

Da der Konsumismus und die Konkurrenz uns alle zu Wesen geformt haben, die ihr Glück stets von sich selbst, ihr Unglück aber stets von ‚Gegen-Menschen‘ verwirklicht wähnen, kurz: die in Wagenburgen zusammenstecken und den nichtkriegerischen Austausch mit Apachen oder Hottentotten meiden, ist dem Einleitungstext von „Le Bohémien“ ein Argument beigefügt, das den Einlass von Marxisten ans heimische Feuer aufklärerisch rechtfertigt.

In derselben Weise sehen leider auch wir uns veranlasst, hier eine Note für haltlos identifizierte Splittergruppenagent_innen anzufügen, die uns künftig vorwerfen mögen, mit der Publikation eines unserer Texte an fremdem Ort das Böse in der Welt unmäßig zu befördern: wir sind dem intellektuellen Stadium der Wohngemeinschaft inzwischen weit genug entrückt, um auf Denunziation und Aussagenunterschieberei von Texten, die wir womöglich nicht einmal gelesen haben, hin zu unseren eigenen Texten, nur weil die danebenstehen, mit einem gedankenschweren Mittagsschlaf zu reagieren.

(Als Kommentatoren sind DWR-Mitglieder übrigens schon lange in tatsächlich finsteren Tälern des virtuellen Gebirges aktiv, um dort, quasi-entristisch, mäeutisch oder drachentötergleich, mit Neoliberalen, Neuen Rechten und sogar – horribile dictu – Sozialdemokraten die blutigen Klingen zu kreuzen. Und warum das? Weil man den Drachen schließlich nicht zuhause bekämpfen kann.)

Wie formulierte einmal Genosse Viktor Vladimirowitsch Starogin so einprägsam:

Wer glaubt, die großen Probleme der Gesellschaft, die uns zusetzt, mit zahnärztlicher Gesinnungshygiene lösen zu müssen – der ist an ihrer Lösung nicht interessiert.

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