Jan-Cäsar Hansel

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43210 Amarschen

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McHinz Unlimited AG

McHinz-Unlimited-Platz 1 – 32

D-05111 McHinzenhausen

Amarschen, den 24.12.2019

Powerjob1 im Bereich Rest Room Management

Eure Anzeige im Job-Portal LEBE DEINEN TRAUM! ® vom 24.12.2019

 

Lieber Mitarbeiter, liebe Mitarbeiterin, liebe Trans-, Non- und Postgender,

hiermit möchte ich mich auf eure spannende Anzeige bewerben, nach der ihr für die Europazentrale der McHinz Unlimited AG einhundert Powerjobber im Bereich Rest Room Management sucht.

Ich arbeite bereits seit acht Monaten als staatlich geförderter Powerjobber bei einem renommierten Marktforschungsunternehmen, wo ich bei der primären Datenerhebung insbesondere im Segment Hygieneartikel tätig war. In dieser Eigenschaft war ich unter anderem an der Produktentwicklung des preisgekrönten Hygienepapiers Senator Symphony extrasensitiv® beteiligt und habe außerdem den europaweit führenden Keramikhersteller OSIRIS bei der Markteinführung der Wasserspülung Night inVenezia® unterstützt. Zuvor war ich drei Monate Mitglied eines hochmotivierten Powerjobber-Teams bei der Gebäudereinigungsfirma Karnowsky & Söhne im Zukunftsbundesland Mecklenburg-Vorpommern®, wo ich Erfahrungen in der Beseitigung auch hartnäckigster Exkrementrückstände (beispielsweise von Stadttauben) sammeln durfte. In 2018 habe ich überdies als einer von 8.000 ausgewählten Teilnehmenden der bundesweiten Initiative DURCHSTARTEN MIT HOCHSCHULABSCHLUSS! des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Psychiatrie als Altenpflegehilfskraft in mehreren Lebensabendhäusern und Demenzresidenzen in der Uckermark, der Niederlausitz und den Ostwaldecker Randsenken unter anderem für die börsennotierten Unternehmen EXITUS ESCORT und MINDLESS HAPPINESS gearbeitet. Mit großem Interesse habe ich dabei die abwechslungsreichen Tätigkeiten in der Altenpflege, wie das Austauschen von Windeln, Bettpfannen, Laken und Kathetern, kennen gelernt. Nicht zuletzt habe ich langjährige Erfahrung in den Bereichen Home Cleaning, Personal Faecal Administration und Darmspiegelung (passiv).

Ich möchte erwähnen, dass ich bereits im vorvergangenen Jahr im Rahmen des Auswahlverfahrens für Hygienehilfskraftanwärter an dem von der McHinz Unlimited AG veranstalteten Assessment-Center Be a Hinz!® teilgenommen und dieses mit der Wertung Triple-B: A Hinz for Life abgeschlossen habe, obwohl ich durch einen dummen Zufall beim Haischwimmen in der letzten Runde verletzt wurde und das Auswahlverfahren wegen eines Klinikaufenthaltes leider nicht abschließen konnte.

In diesem Zusammenhang darf ich hinzufügen, dass ich als Diplom-Volkswirt (Abschlussarbeit zum Thema „Positive Auswirkungen eines unbeschränkten Leistungswettbewerbs auf die Situation der Arbeitskräfte“, Note 1,7) mit den ungeschminkten Tatsachen der Konkurrenzgesellschaft gut vertraut bin und daher durchaus Verständnis für die zuweilen kritisierten Methoden der McHinz AG habe, mit deren Leitbild – Work hard! Live wild! – ich mich voll und ganz identifiziere. Den beliebten Slogan I am Hinz! You are Hinz! We are Hinz!® habe ich stets wörtlich genommen und schon früh zu meiner ganz persönlichen Lebensphilosophie gemacht.

Meine ausgesprochen methodische Arbeitsweise in Verbindung mit einem radikal lösungsorientiertes Vorgehen möchte ich als meine größten Stärken bezeichnen. Sie waren auch bisher der Schlüssel zu meinem beruflichen Erfolg. Weitere herausragende Qualitäten sehe ich in meinem realistischen Blick auf Problemsituationen und in meinem Talent, Mitarbeitende auch für scheinbar weniger attraktive Aufgaben zu begeistern. Loyalität, Konzeptionsstärke und Natriumhydrogensulfat sind für mich keine Fremdwörter! Die Position als Hygienehilfskraft bei McHinz Unlimited sehe ich als konsequenten Schritt im Hinblick auf meine berufliche und persönliche Verwirklichung.

Die angesetzte Arbeitszeit von 75 Stunden pro Woche passt mir als Single sehr gut. Auf mein Gehalt in Höhe von 0,95 € pro Stunde werde ich selbstverständlich den Tarifvereinbarungen gemäß während der ersten 18 Monate keinerlei Rechtsansprüche erheben. Die Zahlung der von McHinz Unlimited errechneten Anstellungs-, Einarbeitungs- und Betriebsgebäudenutzungsgebühren in Höhe von monatlich 187,99 € werde ich jeweils am Ersten des Monats leisten. Ein entsprechender Kredit bei der Sozialbank der Warmherzigen Brüder AG ist mir bereits gesprächsweise zugesagt worden.

Ab dem 1. Januar bin ich jederzeit für einen Neubeginn bei der McHinz Unlimited AG verfügbar. Mein großer Wunsch ist es, in einigen Jahren als Rest Room and Garbage Management Trainee ein Teil der McHinzschen Unternehmenskultur zu sein.

Schließlich muss ich darauf hinweisen, dass ich als Träger einer Oberschenkelprothese zu achtzig Prozent schwerbehindert bin, was sich jedoch keineswegs als leistungsmindernd auswirkt, sondern im Gegenteil überdurchschnittliche Problem solving Skills mit sich bringt: meine sogenannte ‚Behinderung‘ begreife ich als alltägliches Resilienz-Training, für das ich sehr dankbar bin, und als Ansporn zu kreativen Problemlösungen.

Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch oder zur erneuten Teilnahme am Assessment-Center Be a Hinz!® würde ich mich sehr freuen.

Mit motivierten Grüßen,

Jan-Cäsar Hansel

 

 

ANLAGEN:

1 Motivationsschreiben

1 Lebenslauf

1 Diplom in Volkswirtschaftslehre (Gesamtnote 1,3)

6 Zertifikate div. Weiterbildungen (u. a. Mentaltraining, Leben ohne Geld, Suizidprävention)

9 Zwischenzeugnisse

14 Praktikumsbescheinigungen

1 Verschwiegenheitserklärung

1 Testament

 

Zu meiner Motivation im Bereich Rest Room Management

 

Ich hatte schon immer eine besondere Neigung zu weißen Fliesen. Dieser Glanz, der, geradezu unauslöschlich, noch in einer Neumondnacht von polierten weiß gefliesten Wänden ausgeht, sowie ihre einzigartige haptische Beschaffenheit, weicher als Metall, doch mit mehr Entschlossenheit als Holz, rational und elementar zugleich, lösen in mir Glücksgefühle aus, für die ich mitunter belächelt worden bin. Bereits in Kindertagen habe ich viele Stunden in großer Zufriedenheit damit verbracht, schmutzige Kacheln zu scheuern. Da mein Vater in der Fleischereibranche tätig war, gab es stets Anlass dazu. Das Erlebnis, wie durch den Akt der Reinigung das Wesen der Fliese allmählich ans Licht trat, gerade wenn sie zuvor kaum mehr als Fliese zu erkennen gewesen war, wie der anfängliche Ekel vor dem Schmutz in ein universales Behagen mündete, in dem nicht nur die Fliese, sondern auch mein Geist sich zu Klarheit und Reinheit zu erheben, ja die Welt in einem weißen Polierglanz zu schimmern schien, das weckte in mir ein Triumphgefühl angesichts dieser Metamorphose von krustigem, blutigem Schleim in männliche Vernunft, als hätte ich selbst teil am Akt einer göttlichen Beseelung. Eine Fliese zu scheuern schien mir nicht weniger zu bedeuten als einen Stein, der aus dem Gemäuer des Kosmos gefallen war, wieder dort anzubringen, wo Gott selbst ihn angebracht hatte. –

Auf der anderen Seite berührt mich Schmutz auf ebenso besondere, erklärungswürdige Weise. Ich pflege ihm gegenüber eine geradezu epische Feindschaft, insbesondere gegen seine gröbste, widerlichste, unerträglichste Ausprägung – das Exkrement. Das Exkrement ist der finstere Herrscher über den Unrat in allen Erdteilen, und der Kot die Lepra unter den stofflichen Dingen. Mein Hass auf Exkremente ist die Triebfeder all meiner Handlungen, und meine Gedanken sind nahezu ununterbrochen von Exkrementen beherrscht. Wenn ich Zeitung lese, stoße ich häufig auf Wörter, die mein unermüdlicher Reinigungswille mir vorspiegelt, wie Rechtsexkremisten, Genexkremente, Exkremenzminimum,Urinalgenie,Exkremenzinitiative und Top-Exkremenz. Dies ist keineswegs ein pathologisches Symptom, wie man mir versichert hat, sondern lediglich eine normale Erscheinung bei überaus leistungsbereiten Menschen.

Meine Leistung, von der ich mir wünsche, sie künftig in den Dienst der McHinz AG stellen zu dürfen, ist das Entfernen von Schmutz mit Exkrementcharakter, und meine Bereitschaft zu dieser Leistung ist eine eiserne Entschlossenheit, alles Exkrementale und Exkrementartige, alles Kotige und Urinale, kurz sämtliche Absonderungen des gastroenteritischen Organkomplexes rückstandslos und ohne jedes Zögern zu eliminieren und alle mit derlei Substanzen in direkten oder indirekten Kontakt gekommenen Bauteile zu polieren, zu desinfizieren und zu desodorieren.

Rest Room Manager ist für mich kein ehrenrühriger Beruf. Die Verdauung ist ein sehr viel wesentlicheres Element des Menschseins als Algorithmen oder das interne Rechnungswesen. Hygiene ist die Grundlage unserer Zivilisation, und die Tätigkeit einer Hygienefachkraft ist unverzichtbarer Bestandteil der sozialen Marktwirtschaft, die ohne das Engagement von Menschen wie mir im Kot versinken müsste. Mit Bürste und Flüssigreiniger steht der Rest Room Manager an den Toren der bestehenden Ordnung. Ich wäre stolz und dankbar, diese dienende Funktion mit all meiner Kraft auszufüllen. Darminhalt ist für mich kein Tabu, das Wort „Arschkriecher“ für mich keine Beleidigung. Ich sehe mich als Dienstleister im Rektalbereich. Scheiße ist mein Leben!

 

 

 

1 Anm. d. Hrsg.: Im Zuge der ‚Neuen Sozialen Arbeitsmarktreform‘ von 2018 wurden die bis dato in Deutschland als ‚Ein-Euro-Jobs‘ bekannten Arbeitsverhältnisse in sog. ‚Power-Jobs‘ umbenannt.

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