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Zark Muckerberg [Namen v. d. Red. geändert], weltbekannter Rotschopf, kungelt nicht nur mit Freimaurern, CIA und dem Teufel, sondern ist auch, ganz geheim natürlich nur, ein beflissener Förderer des jüngst wieder in Europa erstarkten – und warum wohl erstarkten? – Weltbolschewismus. Zark oder, wie seine Genossen ihn nennen: Hans-Peter ist nämlich besessen von der Angst, dass eine abgründige Wirtschaftskrise im Verein mit klimatischen und geologischen Endzeitspektakeln schon bald dazu führen könnten, dass seine Klimaanlage ausfällt. Was ziemlich scheiße wäre. Genial, brillant und visionär, typisch Hans-Peter eben, ist ihm in seinem wohltemperierten Nachdenkzimmer klar geworden, dass es nur einen – wir wiederholen: nur einen einzigen Weg gibt, die Wohltemperiertheit seines Nachdenkzimmers zu erhalten.

Den Kommunismus.

NUR DER KOMMUNISMUS, schreit Hans-Peter in die Weite des größten Golfplatzes der Milchstraße, der vor seinem Nachdenkzimmer beginnt und zwölf Tagesreisen mit dem Hummer später am Times Square endet, NUR DER KOMMUNISMUS DAS HEISST DIE ABSCHAFFUNG DES PRIVATEIGENTUMS AN PRODUKTIONSMITTELN UND DADURCH DIE ABSCHAFFUNG DER ZERSTÖRERISCHEN KONKURRENZ, DER AUSBEUTUNG DER LOHNABHÄNGIGEN SOWIE DER STAATLICHEN GEWALT UND DES GELDES KANN UNS VOR DER VERNICHTUNG DES MENSCHEN UND DER ERDE UND MICH VOR DER ÜBERHITZUNG MEINES NACHDENKZIMMERS RETTEN DER WIR ODER VIELMEHR IHR TAGTÄGLICH UNAUFFÄLLIG ZUARBEITET WEIL IHR DENKT ES WÄRE DOCH ALLES MEHR ODER WENIGER IN ORDNUNG SOLANGE MAN FRIEDLICH IM NETZ SURFEN KANN!

Um der tagtäglich unwissend oder unbekümmert ihrer eigenen Zerstörung zuarbeitenden Menschheit klar zu machen, dass sie unwissend oder unbekümmert ihrer eigenen Zerstörung zuarbeitet, macht Hans-Peter stante pede achthundertausend Zarkilliarden locker und schickt den Scheck, der so lang ist wie die Beine von neunzig Giraffenherden, wenn man sie amputiert und lückenlos aneinanderreiht, durch die sein Anwesen abhörsicher vernetzende Rohrpost an seinen bolschewistischen Busenfreund und Netzwerkmastermind Hans-Werner mit der Notiz: „Agitation jetzt!“

Hans-Werner, mit dem wir schon in den Achtzigern Skat gespielt haben, als er noch in Gera eine Stasi-Kneipe bewirtschaftete, macht sich daran, die Spende in Höhe des achtzigfachen Bruttioinlandsprodukts der gesamten südlichen Hemisphäre weise zu verteilen und ruft uns zu diesem Zweck noch am selben Tag an.

– Dead, sagt er, Hans-Peter macht ernst. Schmeißt eure miesen Jobs. Ihr seid jetzt Berufsrevolutionäre.

– Na endlich, erwidern wir im Chor, meine Mutter hat sich schon Sorgen gemacht.

– Der Boss zahlt euch Miete, Autos, Hundefutter, Bier, Zeitungen, Spesen, pharmazeutische Erzeugnisse und Sexspielzeug. Und auch sonst alles, was ihr braucht, um das zu machen was ihr macht, spricht der aufrechte Mann.

– Gut, Hans-Werner. Wo ist der Haken? sagen wir natürlich ganz clever.

– Es gibt keinen.

– Ach komm, Junge. Jetzt reden wir mal unter Genossen.

– Na gut, sagt er langsam und räuspert sich… Ihr müsst euch bei Facebook anmelden!

Uns stockt der Atem:

– Das kann doch nicht dein Ernst sein! Wir sollen uns beim CIA und dem Teufel anmelden? Sollen wir uns danach vielleicht auch die Pulsadern aufschneiden?

Hans-Werner nimmt einen Zug an seiner Kubanischen, wie es andere Diplomaten an derselben Stelle auch getan hätten.

– Das ist nicht die einzige Bedingung, schmaucht er in den Hörer. Ihr müsst endlich aufhören mit eurem Satirequatsch, der aufgesetzten Lustigkeit, der als Ironie getarnten Arroganz, den bildungsbürgerlichen Masken und Allusionen, mit den Gedichten, den Theaterformen und überhaupt dem ganzen literarischen und nutzlosen Heckmeck. Ab jetzt legt ihr euch richtig in die Riemen und betreibt nur noch Agitation, geradeaus und ohne zu lächeln.

– Vergiss es. Absolut unmöglich. Nur Agitation?! Was für ein Programm! Das bringt doch überhaupt nichts! Siehst du doch! Da kann er uns genauso gut fürs Furzen bezahlen. Nein, wir brauchen schon auch ein bisschen Kulisse. Du musst auch bedenken: der Heckmeck ist für uns ein Mittel der Agitation, gerade weil er keine Agitation ist. Das lockt Leute an, die sonst niemals marxistische Seiten besuchen würden. Das ist PR. Verstehst du, Hans-Werner?

– Na gut, Jungs. Wir kommen euch entgegen. Ihr meldet euch also nur bei Facebook an und dürft dafür weiter eure postmodernen Idiotien betreiben.

Abgemacht.

 

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